Meine Ziele für gute Schulen und gute Bildung
Meine Ziele in Kürze:
- Die beiden Grundschulen mit OGS und die Realschule erhalten und weiterentwickeln
- Beide Grundschulen erneuern und erweitern; wegen ihres Alters und Zustands wird die Grundschule In der Senne den Schwerpunkt bilden
- Freiwillige Ganztagsangebote sichern und nach Bedarf ausbauen
- Einen verpflichtenden Ganztag für alle lehne ich ab
- Die Schulen so gut wie möglich ausstatten, so dass sie die Schüler bestmöglich auf das weitere Leben vorbereiten können
- Für eine angemessene finanzielle Ausstattung der Schulen durch das Land kämpfen
... und in längerer Form:
Seit ca. 10 Jahren wurden die Augustdorfer Schulen umfassend erneuert und erweitert. Das Sanierungsprogramm umfasst auch die Schulsportstätten. Die Weichen dafür wurden vor allem in meiner letzten Amtsperiode als Bürgermeister gestellt. Möglich wurde das, weil die Gemeinde viele Millionen Euro zur Verfügung hatte. Ein Teil davon wurde vom Land bereitgestellt, einen anderen Teil hat sich die Gemeinde mit guten Förderanträgen im Wettbewerb mit anderen Kommunen erkämpft.
Was wurde und wird mit dem Geld gemacht? Das sind einige wichtige Maßnahmen:
- Neubau des Verwaltungsgebäudes der Realschule und umfangreiche Sanierung der bestehenden Räumlichkeiten in den Teilgebäuden Ost und West
- Umgestaltung des Schulhofs der Realschule
- Bau eines Medien- und Bildungszentrums mit neuer Bücherei und Mensa für die Realschule
- Umgestaltung des Umfelds der ehem. Hauptschule, inkl. Außenangeboten für die Mensa
- Erneuerung des Schulhofs und des Spielplatzes der Grundschule Auf der Insel sowie kleinere Maler- und Reparaturarbeiten an dieser Schule
- Erweiterung des Lehrerzimmers, Bau neuer Stundentoiletten, Sanierung der vorhandenen Toiletten, Schaffung neuer Lehrerarbeitsplätze sowie Ausbau eines Durchgangs an der Grundschule In der Senne
- Befestigung des Bolzplatzes der Grundschule In der Senne
- Energetische Sanierung, Verbesserung des vorbeugenden Brandschutzes und des Unfallschutzes in allen Sporthallen
- Erneuerung der Hallenböden in der Turnhalle der Grundschule In der Senne und in der wineo-ARENA
- Sanierung der Umkleide- und Sanitärräume der Halle I
- Aufwertung des Heidesportplatzes zu einem multifunktionalen Sportplatz
- Digitalisierung aller Schulen durch Glasfaseranschluss der Gebäude, Verkabelung für WLAN und LAN sowie Ausstattung mit digitalen Endgeräten
Erneuerungs- und Erweiterungsbedarf an den Grundschulen
Insbesondere die Realschule Augustdorf sowie die Schulsportstätten sind nach Abschluss der Maßnahmen in einem sehr guten Zustand. Erheblicher Handlungsbedarf besteht weiterhin bei den Grundschulen, vor allem bei der Grundschule In der Senne. Für die Grundschule In der Senne ist bereits im Jahr 2016 eine Machbarkeitsstudie zur grundlegenden Erneuerung erarbeitet worden. Die Maßnahme konnte seinerzeit aus finanziellen Gründen nicht umgesetzt werden. Die Kosten für die verschiedenen Varianten wurden auf ca. 7 bis 9 Mio. € geschätzt.
Weitere notwendige Maßnahmen an der Grundschule wurden in das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) aufgenommen, um Städtebaufördermittel nutzen zu können. Das waren die Maßnahmen Nr. 13 (Spielplatz), Nr. 15 (Turnhalle) und Nr. 19 (Schulgebäude). Insgesamt ging es um ca. 1,6 Mio. €. Fördermittel.
Im September 2021 haben Bundestag und Bundesrat den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter beschlossen. Dieser soll schrittweise von 2026 bis 2029 eingeführt werden. Die Gemeinde hat den Schulentwicklungsplan für die Grundschulen fortschreiben lassen. Das Ergebnis liegt seit Februar 2024 vor. Bis zum Schuljahr 2028/29 wird mit einem weiteren Anstieg der Schülerzahlen gerechnet. Die Zahlen sollen auch im nächsten Jahrzehnt hoch bleiben. Der Gemeinderat hat am 03.07.2025 entschieden, dass die Grundschule In der Senne dauerhaft vierzügig und die Grundschule Auf der Insel dreizügig werden soll. Mit den erforderlichen Baumaßnahmen soll an der älteren und größeren Schule begonnen werden.
Es besteht nun die große Herausforderung, das benötigte Geld zusammen zu bekommen. Ich bin davon überzeugt, dass die Gemeinde nicht nur allgemeine Haushaltsmittel und spezielle Schulbaumittel einsetzen muss, sondern auch Städtebaufördermittel für sog. Quartiersfunktionen der Schule - so wie im bisherigen ISEK vorgesehen.
Erhaltung der Realschule
Zur Realschule: Ich bin war und bin immer noch sehr froh, dass der Gemeinderat im Jahr 2013 einstimmig entschieden hat, die Realschule Augustdorf zu erhalten. In den Jahren zuvor hatten insbesondere SPD und FWG die Alternative einer Gemeinschaftsschule, später einer Sekundarschule auf die Tagesordnung gesetzt. Beide Schulformen sind gebundene Ganztagsschulen. Ich habe die Umwandlung der Realschule stets abgelehnt. Das taten auch viele Eltern und Schüler. Der Protest führte dazu, dass die Realschule erhalten blieb.
Heute erfreuen sich Realschulen in der ganzen Region eines hohen Zuspruchs. Die Realschule Augustdorf bereitet auf das Berufsleben vor und eröffnet auch den Weg zum Abitur. Viele Sekundarschulen leiden hingegen weiterhin unter Akzeptanzproblemen und rückläufigen Schülerzahlen. Wo es Gesamtschulen in vertretbarer Nähe gibt, werden diese den Sekundarschulen häufig vorgezogen, weil die Gesamtschulen eine gymnasiale Oberstufe haben. Eine solche fehlt den Sekundarschulen.
Ich habe auch die Augustdorfer Hauptschule geschätzt und deren Auflösung im Jahr 2017 sehr bedauert. Nachdem die frühere rot-grüne Landesregierung die Verbindlichkeit der Grundschulempfehlungen für die weiterführenden Schulen aufgehoben hatte, wurden zu wenig Kinder mit Hauptschulempfehlung an der Erich Kästner-Schule angemeldet. Der Gemeinderat war gezwungen, die auslaufende Auflösung zu beschließen. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst. Allen Kindern mit Hauptschulempfehlungen wieder eine Beschulung in Augustdorf zu ermöglichen, bleibt eine Herausforderung, die ich im Blick habe.
Vieles spricht m.E. dafür, dass ein gegliedertes Schulsysystem zu besseren Leistungen führt und damit den Kindern und Jugendlichen bessere Zukunftschancen eröffnet. Ein leistungsorientierter Vergleich der Schulsysteme der Bundesländer ergab: "Je differenzierter ein Schulwesen ist und je weniger Gesamtschulen ein deutsches Land hat, desto besser schneidet es ab. Dieses bessere Abschneiden kommt allen Schülerpopulationen zugute, auch Kindern aus sozial schwächeren Schichten oder mit Migrationshintergrund." Außerdem wurde festgestellt: "Deutsche Länder mit hohen Anteilen an Ganztagsschulen erzielen ... keine signifikant besseren Rangplätze."
Keine Ganztagspflicht für alle, sondern freiwillige, flexible und familiengerechte Ganztagsangebote
Einen für alle verpflichtenden, gebundenen Ganztag lehne ich strikt ab. Er wäre für mich nicht mit dem verfassungsrechtlich garantierten vorrangigen Erziehungsrecht der Eltern vereinbar. In der Ablehnung fühle ich mich der Mehrheit der Eltern in Augustdorf und in ganz Deutschland verbunden. In einer im Jahr 2015 unter Augustdorfer Grundschuleltern durchgeführten Befragung wünschten sich nur nur 15,9 % eine Teilnahme ihres Kindes am verpflichteten Ganztag. 39,3 % wollten eine freiwillige, flexible Regelung, 39 % wollten keinen Ganztag.
Bundesweit erfragte das Unternehmen Jako-O in regelmäßigen Abständen die Meinungen und Wünsche von Eltern. Nach der 4. Jako-O-Bildungsstudie wünschten sich nur 24% der Eltern Ganztagsschulen mit verbindlichem Nachmittagsprogramm, während 48% einen frewilligen Ganztag und 25% Halbtagsschulen bevorzugten. Im Vergleich zur vorherigen 3. Jako-O-Bildungsstudie nahm der Wunsch nach einem verbindlichen Ganztag ab, der nach freiwilligen Angeboten hingegen zu. Das Deutsche Schulbarometer 2019 hatte ein entsprechendes Ergebnis.
Ich befürchte, dass besondere Kinderrechte im Grundgesetz dazu dienen können, das elterliche Erziehungsrecht einzuschränken und den Weg zu einer Ganztagspflicht frei zu machen.
Jeder, der selbst eine Schule besucht hat, kann nachvollziehen, dass der Ganztag nicht zwangsläufig zu mehr Bildungserfolg führt. Denn ob Schüler viel oder wenig lernen, hängt maßgeblich vom Lehrer ab (Hattie-Studie ). Und weil es bessere und schlechtere Lehrer gibt (und auch immer geben wird), wird durch den gebundenen Ganztag auch nicht mehr Bildungsgerechtigkeit geschaffen. Durch eine Ganztagspflicht nimmt der Staat vielmehr Eltern und Schülern auch Möglichkeiten, Lerndefizite auszugleichen, außerschulisch zu lernen und Zeit mit Familie, mit Freunden oder in Vereinen zu verbringen.
Ich lehne eine Ganztagspflicht für alle also weiterhin strikt ab. Hingegen unterstütze ich freiwillige Ganztagsangebote für alle Familien und Schüler, denen diese helfen. Der Elternwille ist meine Handlungsgrundlage.
Vorstellen kann ich mir weiterhin, ein Nebeneinander von Halbtags- und Ganztagszügen an weiterführenden Schulen zu ermöglichen. In den Grundschulen funktioniert das Nebeneinander von Ganz- und Halbtag problemlos.
Für Geld von Land und Bund kämpfen
Augustdorf ist als kinderreiche, jüngste Kommune des Bundeslandes besonders gefordert, in Bildung zu sanieren. Die finanzielle Ausstattung des Landes reicht bei weitem nicht aus, um den Bedarf abzudecken. Daher ist es auch zukünftig erforderlich, für eine angemessene Finanzausstattung der Schulen zu kämpfen - damit vor allem die Grundschule In der Senne umfassend erneuert werden kann.
Eine Grundlage für die bedarfsgerechte Fortentwicklung unserer Schullandschaft ist der stetige Austausch mit Eltern, Schülern und Lehrern. Dieser liegt mir besonders am Herzen. Daher lade ich Sie herzlich dazu ein, diesen Beitrag zu kommentieren oder das persönliche Gespräch zu suchen.
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